Schloss Berlin

Kurfürst Friedrich II., genannt “Eisenzahn”, hatte den Bau 1443 gegründet. An der Stelle des späteren Schlüterhofes und des Hofes III stand zunächst eine Burg, die die sich auf der Spreeinsel kreuzenden Handelswege kontrollieren sollte. 1465 wurde die bedeutende spätgotische Erasmuskapelle eingebaut. Kurfürst Joachim II. ließ im 16. Jahrhundert die spätmittelalterliche Burg weitgehend abtragen und an ihrer Stelle durch die Baumeister Caspar Theiss und Kunz Buntschuh nach dem Vorbild des Schlosses in Torgau eine prachtvolle und bedeutsame Renaissance-Residenz errichten.

Unter Kurfürst Johann Georg entstand gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch den Hofbaumeister Rochus Graf zu Lynar der Westflügel und Hofabschluss, sowie die nördlich anschließende Hofapotheke. Kurfürst Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, ließ das nach dem Dreißigjährigen Krieg ziemlich verfallene Schloss wieder herrichten. In der Spätzeit seiner Herrschaft entstanden bedeutende Innenräume wie die Kugelkammer oder die Braunschweigische Galerie. Letztere wurde in den durch Johann Arnold Nering ausgeführten Galerietrakt an der Spree eingebaut.

Unter Kurfürst Friedrich III. (ab 1701 König Friedrich I. in Preußen) kam es zum Ausbau des Schlosses zur großartigen Königsresidenz. Ab 1699 baute Andreas Schlüter das Schloss zu einem bedeutenden Profanbau des protestantischen Barocks aus. Die prächtigen Repräsentations- und Privaträume des Schlosses wurden nach seinen Vorgaben mit Deckengemälden, unter anderem des Hofmalers Augustin Terwesten geschmückt. Da der von Schlüter entworfene Münzturm an der Nordwestecke des Schlosses aus statischen Gründen abgetragen werden musste, wurde der Architekt 1706 als Hofbaumeister unehrenhaft entlassen, blieb als Hofbildhauer im Amt. Schlüters Posten übernahm sein Konkurrent Johann Eosander von Göthe, der einen großartigen Erweiterungsplan für das Schloss vorlegte. Der Plan sollte modifiziert ausgeführt werden, was, nachdem Friedrich I. starb, nur unzulänglich geschah: sein Nachfolger König Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, entließ aus Sparsamkeit und angesichts der ruinierten Staatsfinanzen die meisten Künstler und ließ das Schloss vom weniger bedeutenden Schüler Schlüters, Martin Heinrich Böhme, vollenden.

Danach folgten nur noch kleinere Änderungen am Außenbau. Eine Ausnahme bildet hier der Kuppelbau durch Friedrich August Stüler und Albert Dietrich Schadow in den Jahren 1845 bis 1853. Der Bau folgte einem durch Karl Friedrich Schinkel bearbeiteten Entwurf von Friedrich Wilhelm IV.

Die von einem Kreuz bekrönte Kuppel über dem Eosanderportal beherbergte die Schlosskapelle, die im Januar 1854 geweiht wurde.

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